Im Oktober letzten Jahres, nach einem kurzen Urlaub, kam ein Montag, der sich plötzlich wieder wie ein Montag im Angestelltenverhältnis anfühlte. Ich hatte einfach keinen Bock mehr auf meine Selbstständigkeit. Der Funke war weg.

Ich wollte zwar etwas machen, aber es ging nichts mehr.

Ich war wütend und sagte Sätze wie: „Dann mache ich jetzt halt einen festen Job im Callcenter. Da habe ich wenigstens mein monatliches Gehalt. Diese doofe Selbstständigkeit macht mich doch eh nur fertig. Vielleicht bin ich dafür einfach nicht geschaffen.“

Gleichzeitig war da viel Traurigkeit. Diese Arbeit liegt mir sehr am Herzen. Es fühlte sich an, als müsste ich einen geliebten Menschen loslassen.

Wenn nichts mehr geht

Die nächsten Tage war ich wie gelähmt. Ich kämpfte noch kurz dagegen an, aber irgendwann ließ ich diese Trägheit zu. Ich lag auf dem Sofa, schaute Netflix, weinte viel.

Ich war wütend, erschöpft und habe alles infrage gestellt. Ob ich den richtigen Weg gegangen bin. Ob das alles Sinn macht.

Von außen kam zusätzlicher Druck. Aus meinem direkten Umfeld hörte ich Sätze wie: „Mach endlich etwas, womit du Geld verdienst. Diese Selbstständigkeit bringt doch nichts.“

Und ich habe das lange geglaubt. Dass ich mit einem Online-Business nichts verdienen kann. Dieser Punkt ist wichtig. Denn wenn du selbst nicht an dich glaubst, wie sollen andere dir dann vertrauen?

Ich hatte mir selbst nicht vertraut. Ich hatte mir immer wieder eingeredet, dass ich es eh nicht schaffe. Zu dieser Zeit bin ich zweigleisig gefahren. Virtuelle Assistentin, Coachin und nebenbei Bewerbungen auf Festanstellungen.

Im Nachhinein ist klar: Ich habe mich verzettelt. Ja, ich bin vielseitig. Aber auch ich brauche Fokus. Und in diesem Zustand, tief im Inneren, konnte ich nicht mehr klar denken.

Wo meine innere Stimme verloren gegangen ist

Erst etwas später, nachdem ich selbst ein Coaching in Anspruch genommen hatte, wurde mir etwas Entscheidendes klar: Unter all dem Müll, der sich über Jahre angesammelt hatte, war meine innere Stimme verschüttet. Ich konnte sie gar nicht mehr hören.

Ich war viel zu sehr im Verstand und habe immer nach dem gesucht, was nach außen hin „solide“ wirkt. Aber das war der falsche Weg. Ich hatte mich nie wirklich gefragt, was mein Herz eigentlich will.

Und dann wurde es plötzlich glasklar: Ich möchte coachen und Frauen dabei unterstützen, wieder zu sich selbst zu finden und ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre innere Stimme wieder wahrzunehmen.

Eines Nachts tauchte beim Schreiben das Wort Vertrauensmentorin auf und ich habe es sofort gefühlt.

Ich hatte lange mit dem Begriff „Coach“ gehadert. Auch, weil es schwarze Schafe in dieser Branche gibt. Daraus entstand der Glaubenssatz: „Coach sein ist keine richtige Arbeit“. Den habe ich mit mir herumgetragen und es hat vieles blockiert.

Aber mit dem Wort Vertrauensmentorin fühle ich mich wohl. Es geht darum, dem Leben zu vertrauen und vor allem dir selbst. Später kam noch die innere Stimmigkeit dazu. Denn in dieser schnelllebigen Welt hören wir unsere eigene Stimme oft nicht mehr.

Was dieses Tief mir gezeigt hat

Ich habe mich ehrlich gefragt: Was will ich wirklich? Was wünscht sich mein Herz? Die Antwort war klar: Ich möchte als Vertrauensmentorin arbeiten.

Natürlich meldete sich mein Kopf sofort: „Aber du hast doch so viele Interessen.“ Meine Antwort darauf war: In der Selbstständigkeit hast du ohnehin viele Rollen. Unternehmerin, Buchhalterin, Marketing, Texte, Podcast, Technik. Das reicht.

Und ich wollte mich auch nicht nur auf berufliche Neuorientierung spezialisieren. Sondern auf innere Stimmigkeit. Sensible, vielseitige Frauen dabei zu begleiten, sich selbst wieder zu spüren. Und ihren Weg nach ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Werten auszurichten. Das fühlt sich gerade sehr stimmig an. Ja, es kann sich wieder ändern, und das ist okay.

Die wichtigste Frage ist doch: Fühlt es sich jetzt richtig an? Kommt es wirklich aus dem Herzen?

Heute bin ich dankbar für dieses Tief. Es hat mir gezeigt, was ich nicht mehr will und wohin mich meine innere Stimme führt.

Und das möchte ich dir mitgeben: Wenn du gerade an so einem Punkt stehst, dann lass deine Gefühle zu. Die Tränen. Die Wut. Die Traurigkeit.

Du darfst erst einmal nichts tun. Mit etwas Abstand wird es klarer. Manchmal braucht es genau das.

Nachtrag 12.02.2026: Ich mache erst mal eine längere Pause, da ich Ende März einen neuen Job antrete. Leider hat mich das ewige Hoffen mürbe gemacht und nach 3,5 Jahren muss ich die Notbremse ziehen. Es kann sein, dass ich irgendwann wiederkomme, aber erst mal konzentriere ich mich auf die neue Stelle und mein Studium. Bis dahin werden ab und zu neue Blogbeiträge und Podcastfolgen erscheinen. Es ist ein Herzensprojekt, das ich erst einmal locker als Hobby weiterführe.

Hier geht es zum YouTube Podcast über das Thema:

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